Liebe Literaturfreundinnen und -freunde,
inzwischen nimmt der Herbst Einzug und die extrem hohen Temperaturen, die uns an so manchen
Sommertagen das Leben schwer gemacht haben, liegen hinter uns. So hatten wir wegen der Hitze
auch diese Autorenlesung von Engelbert Manfred Müller abgesagt. Nun aber ist es soweit, Ende
Oktober wird er unser Gast sein.
Auch wenn Sie sich bereits für die Lesung Ende Juni angemeldet hatten: Bitte melden Sie Ihre Teilnahme am 29. Oktober erneut an.
Nun zu E. Manfred Müller und seinem Thema: Historikerinnen und Historiker leisten die wichtige
Arbeit, die Vergangenheit anhand von Dokumenten und anderen verlässlichen Quellen zu
erforschen, zu analysieren und einzuordnen. Doch erst die persönlichen Erinnerungen von
Zeitzeuginnen und Zeitzeugen machen Geschichte unmittelbar erfahrbar. Sie berühren uns
emotional und lassen vergangene Ereignisse lebendig werden.
Nur noch wenige Menschen können heute aus eigenem Erleben von der dunkelsten Zeit der
deutschen Geschichte und den entbehrungsreichen Jahren danach berichten. Engelbert Manfred
Müller, unser nächster Gastautor, gehört zu diesen wenigen Zeitzeugen. In seinem Buch
„Waldrandzeiten“ erzählt er die Geschichte des kleinen Friedhelm, der – wie Müller selbst – 1940 in
Köln geboren wird. Mit großer Anschaulichkeit schildert er dessen erste Lebensjahre in einer Zeit, die
von Krieg, Verlust und Neuanfang geprägt ist.
Im Jahr 1943 wird der dreijährige Friedhelm gemeinsam mit seiner Mutter und weiteren
Angehörigen nach Sachsen evakuiert. Nach dem Ende des Krieges gelingt der Familie die Flucht aus
der sowjetischen Besatzungszone, und schon bald kehrt sie nach Dünnwald zurück. Dort wächst
Friedhelm in einer Zeit auf, die von den Folgen des Krieges, zahlreichen Entbehrungen und zugleich
von Kirche und gelebtem Glauben geprägt ist. Mit wachem Blick, großer Neugier und wachsendem
Selbstbewusstsein erkundet er seine Umgebung und sucht seinen Platz in einer Welt, die sich
tiefgreifend verändert.
Engelbert Manfred Müller orientiert sich in seiner Erzählung eng an den tatsächlichen Begebenheiten
und legt großen Wert auf Authentizität. Nicht ohne Grund trägt das Buch den Untertitel „Fast ein
Roman“. Ob es sich um einen Roman oder vielmehr um autobiografisches Erzählen handelt, mögen
die Leserinnen und Leser selbst entscheiden. Über sein Schreiben sagt der Autor: „Das tiefste Erleben
kann man nicht mit Worten wiedergeben. Aber man kann versuchen, sich ihm anzunähern.“ Dieser
Gedanke war für ihn Leitmotiv und Maßstab beim Verfassen seines Buches.
Engelbert Manfred Müller, Jahrgang 1940, wuchs in Köln und Leverkusen auf und war vier Jahrzehnte
lang als Lehrer an Volks-, Haupt- und Gesamtschulen tätig. Neun dieser Jahre verbrachte er als Lehrer
in Chile und Mexiko. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2003 tauschte er Malpinsel gegen Feder und
widmete sich fortan dem Schreiben. Neben „Waldrandzeiten“ und einem weiteren Roman
veröffentlichte er inzwischen vier Gedichtbände, mehrere Sammlungen mit Erzählungen sowie
Reiseberichte aus Lateinamerika, Südeuropa und Deutschland. Hinzu kommen zwei
Erinnerungsbände über seine Zeit als Auslandsschullehrer in Mexiko sowie zwei Bücher mit
Geschichten rund um den Kölner Dom.
Auch auf YouTube ist Müller aktiv und veröffentlicht dort zahlreiche selbst produzierte Videos. Dazu
gehören eigene Gedichte, die er mit selbst gemalten Bildern, Fotografien und klassischer Musik
verbindet, ebenso wie Beiträge über Kirchen, historische Bauwerke und weitere Sehenswürdigkeiten
in Köln, Bergisch Gladbach und der Region.
Seit 1982 lebt Müller mit seiner Familie in Bergisch Gladbach. Er ist Mitglied der dortigen
Autorenvereinigung „Wort und Kunst“.
Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten bis Freitag, 23. Oktober 2026.
Tel.: 0221 57007259 oder
Mail an info@cafe-mittendrin.de oder
im Café mittendrin, Berliner Str. 944.
Es grüßen Sie die Organisatoren der „Literatur im CAFE“
Beatrix Mattar-Heger Ralf Diessner
Ehrenamtlich Engagierte Vorstand des Café mittendrin Köln-Dünnwald e.V.
Den Abschluss der „Literatur im CAFE“-Veranstaltungen bilden in diesem Jahr zwei Autorinnen, die beide in Dünnwald leben. Beide bewegt das Thema „Trauer“, beide haben es literarisch verarbeitet.
Donnerstag, 26. November, 19 Uhr
Ljiljana Kurtic liest aus ihrem Buch „Anflug von Trost – Wie aus großer Trauer ein kleines Buch wurde“. Sehr persönlich schildert sie ihre eigene Trauer über den Tod ihrer Mutter und wie ihr kleine Dinge immer wieder Trost spenden.
Anke Gerstein liest aus ihrem Buch „Aus der Trauer geboren – Mutmachgeschichten einer Trauerbegleiterin“, in dem sie anhand authentischer und berührender Geschichten und praktischer Beispiele berichtet, wie Trauer bewältigt werden kann.